Diskriminierung wegen des Geschlechts

Wird einer Arbeitnehmerin gekündigt, ohne dass Kenntnis von ihrer Schwangerschaft bei Zugang der Kündigungserklärung besteht, so ist weder die Kündigung selbst noch ein "Festhalten" an der Kündigung Indiz für eine Benachteiligung wegen des Geschlechts. Wie schon in den Vorinstanzen blieb die Klage auf Zahlung einer Entschädigung in Höhe von drei Bruttomonatsgehältern wegen Benachteiligung aufgrund des Geschlechts vor dem Achten Senat des Bundesarbeitsgerichts ohne Erfolg. Die Kündigung konnte schon deswegen keine Benachteiligung der Klägerin aufgrund ihres weiblichen Geschlechts sein, weil die Arbeitgeberin bei der Erklärung der Kündigung keine Information über die Schwangerschaft der Klägerin hatte.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17. Oktober 2013- 8 AZR 742/12, PM 63/13

Alter und Diskriminierung

Mit 60 Jahren nicht mehr über den Wolken?
Der Europäische Gerichtshof hat in seinem Urteil vom festgestellt, dass ein Verbot für Verkehrspolizisten, über das vollende 60. Lebensjahr hinaus ihrer Tätigkeit nachzugehen,eine Diskriminierung wegen des Alters darstellt. Das Recht der Tätigkeit dem Fliegen nachzugehen kann war beschränkt werden; ein vollständiges Verbot geht aber über das zum Schutz der Flugsicherheit Notwendige hinaus.

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 13.09.2011

Deutsche Sprache

Diskriminierung von Arbeitnehmern
Ein sachlich gerechtfertigtes Ziel verfolgt der Arbeitgeber, wenn er von seinen Arbeitnehmern Kenntnisse der deutschen Schriftsprache verlangt damit diese schriftliche Arbeitsanweisungen verstehen und die betrieblichen Aufgaben so gut wie möglich erledigen können. Eine Diskriminierung liegt dann nicht vor.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 28.01.2010- 2 AZR 764/08

Altersbedingte Benachteiligung

Stellenanzeige/altersbedingte Benachteiligung Eine Vermutung für eine Benachteiligung wegen des Alters besteht grundsätzlich, wenn in einer Stellenanzeige ein "junger" Bewerber oder eine "junge" Bewerberin gesucht wird. Die Gerichte können dann eine angemessene Entschädigung in Geld zusprechen. Wäre der Bewerber auch bei einer benachteiligungsfreien Auswahl nicht eingestellt worden, ist die Entschädigung auf drei Monatsverdienste zu kappen. Verlangt der abgelehnte Bewerber Ersatz des entgangenen Verdienstes, so obliegt ihm die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass er bei einer benachteiligungsfreien Auswahl den Arbeitsplatz erhalten hätte.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.08.2010- 8 AZR 530/09

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