Kirchenaustritt als Kündigungsgrund

Ein Austritt aus der katholischen Kirche kann die Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen.
Jede Religionsgemeinschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbst. Danach ist der Austritt aus der katholischen Kirche ein schwerwiegender Loyalitätsverstoß, der eine Weiterbeschäftigung des Mitarbeiters nicht zulässt. Im Kündigungsschutzprozess haben die Arbeitsgerichte zwischen den Grundrechten der Arbeitnehmer - etwa auf Glaubens- und Gewissensfreiheit - und dem Selbstbestimmungsrecht der Religionsgesellschaft abzuwägen.
Durch den Austritt hat der Arbeitnehmer gegen seine arbeitsvertraglichen Loyalitätsobliegenheiten verstoßen.  Zwar hat auch die Glaubens- und Gewissensfreiheit des Arbeitnehmers ein hohes Gewicht. Sie musste aber hier hinter das Selbstbestimmungsrecht der Kirche zurücktreten.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 25.04.2013-2AZR 579/12
 

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