Ankündigung der Krankheit

Wenn der Arbeitnehmer ankündigt, am nächsten Tag krank zu sein, so beinhaltet dies zunächst eine Pflichtverletzung. Besteht allerdings zum Zeitpunkt der Ankündigung objektiv eine Erkrankung, so stellt dieses Verhalten ohne eine vorherige Abmahnung keinen Grund für eine Kündigung dar. Die Behauptung des Arbeitnehmers, er sei bereits im Zeitpunkt der Ankündigung der Arbeitsunfähigkeit krank gewesen, muss der insoweit darlegungs- und beweisbelastete Arbeitgeber widerlegen.

Im Streitfall hatte der Kläger behauptet, bei Ankündigung der Erkrankung bereits objektiv krank gewesen zu sein. Diese Behauptung ist nicht schon dadurch widerlegt, dass der Kläger hier noch bis zum Feierabend weitergearbeitet hat. Denn nicht jeder Arbeitnehmer, der seiner Arbeitsleistung erbringt, ist auch arbeitsfähig. Zudem liegt Arbeitsunfähigkeit auch vor, wenn ein Arbeitnehmer zwar noch arbeitsfähig ist, aufgrund einer bestehenden Krankheit aber bereits absehbar ist, dass die weitere Ausübung der Tätigkeit schädliche Gesundheitsfolgen hervorruft, die unmittelbar zu einer Arbeitsunfähigkeit führen.

Die Kündigung war damit unwirksam.

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 15.03.2013- 10 Sa 2427/12

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