Zeugnis muss abgeholt werden!

Es besteht keine Verpflichtung des Arbeitgebers einem Arbeitnehmer nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses das Zeugnis zuzuschicken. Es liegt eine Holschuld vor. Klagt der Arbeitnehmer ohne vorherigen Abholversuch ein Zeugnis ein, hat er ggf. die Kosten des Rechtsstreits zu tragen, es sei denn dem Arbeitnehmer ist es aufgrund besonderer Umstände nicht zumutbar das Zeugnis abzuholen.


Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg Urteil vom 6.2.2013-10 Ta 31/13

Dank und gute Wünsche

Beim Arbeitszeugnis kein Anspruch auf Dank und gute Wünsche

Der Arbeitgeber ist gesetzlich nicht verpflichtet, das Arbeitszeugnis mit Formulierungen abzuschließen, in denen er dem Arbeitnehmer für die geleisteten Dienste dankt,
dessen Ausscheiden bedauert oder ihm für die Zukunft alles Gute wünscht. Das einfache Zeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit enthalten. Der Arbeitnehmer kann verlangen,dass sich die Angaben darüber hinaus auf Leistungen und Verhalten im Arbeitsverhältnis (sog. qualifiziertes Zeugnis)erstrecken. Aussagen über persönliche Empfindungen des Arbeitgebers gehören damit nicht zum notwendigen Zeugnisinhalt. Ist der Arbeitnehmer mit einer vom Arbeitgeber in das Zeugnis aufgenommenen Schlussformel nicht einverstanden, kann er nur die Erteilung eines Zeugnisses ohne diese Formulierung verlangen.


 
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.12.2012- 9 AZR  227/11,Pressemitteilung Nr. 86/12 des Bundesarbeitsgerichts

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